Carlos Ruiz Zafon – Der Schatten des Windes
April 24, 2008 at 2:34 (Uncategorized) (Barcelona, Buch Barcelona, Carlos Ruiz Zafon, Roman Barcelona, Schatten des Windes)
Wahrscheinlich kennt ihr schon den wunderbaren Roman „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón. Wenn nicht, wirds allerhöchste Zeit. Man kann dieses Buch einfach nur lieben, wenn man ein Fan von Barcelona ist. Das Buch kam 2004 auf Platz 16 der Lieblingsbücher der Deutschen und wurde 2001 auf Spanisch unter dem Titel La sombra del viento und 2003 erstmals auf Deutsch veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Handlung stehen Jugend und frühe Erwachsenenzeit von Daniel Sempere in Barcelona in der Zeit von 1945 bis 1966.
Hier eine Zusammenfassung um was es sich eigentlich handelt…
Daniel wird von seinem Vater, der Buchhändler ist, zu dem „Friedhof der Vergessenen Bücher“, einem Ort an dem zahlreiche vergessene Bücher versteckt sind, geführt. Er ahnt nicht, dass in diesem unwirklich scheinenden Labyrinth sein Leben eine drastische Wende nehmen wird. Er darf sich ein Buch heraussuchen für das er allein die Verantwortung trägt. Das Buch, das er sich greift, Der Schatten des Windes von einem gewissen Julián Carax, wird ihn nicht mehr loslassen…
Daniel, der allein mit seinem Vater im grauen Barcelona der Franco-Ära aufwächst, ist fasziniert von der Geschichte, die er liest. Er macht sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Autor, will wissen, wer dieser Mensch war, was ihm widerfahren ist, warum nur noch so wenige Exemplare seiner Bücher erhalten sind. Was als neugieriges Spiel beginnt, wird rasch zur Bedrohung, als ein Mann mit narbiger Ledermaske auftaucht, der hinter Daniels Exemplar her ist. Das Unheimliche bekommt beängstigend konkrete Gestalt. Daniels Leben gerät mit den Jahren mehr und mehr in den Bann des mysteriösen Autors, von dem keiner weiß, warum jemand all seine Bücher bis aufs letzte Exemplar zu vernichten sucht. Alle Menschen, denen Daniel begegnet, auch die Frauen, in die er sich verliebt, scheinen nur Figuren in diesem großen Spiel zu sein. Sie alle haben es darauf abgesehen, Daniel in die Irre zu führen. Und eben dadurch gerät er mitten in die abenteuerliche Handlung seines Lieblingsromans; es ist, als ob die vergangene Geschichte sich in seinem eigenen Leben wiederhole, das von den Schatten furchtbarer Ereignisse verdunkelt zu werden droht.
Zafóns gleichnamiger Roman erzählt vom Leben seines Autors, von der Entstehung seines Romans und von der Suche Daniels nach der Lösung der Rätsel.
Zafón erzählt in Der Schatten des Windes „eine Geschichte von einsamen Menschen, von Abwesenheiten und Verlust“, wie Daniel es einmal formuliert: Abwesenheit und Verlust eines Gebirges der Kultur im Friedhof der Vergessenen Bücher, Abwesenheit und Verlust von Daniels Mutter, von Claras Vater, von Freunden und Geliebten. Die Kraft der gemeinsamen Erinnerung und die Hartnäckigkeit, von der sie lebt – das sind daher die eigentlichen Themen des Romans.
Kommentar von dem Autor:
Diese gothic novel Stimmung gehört zu meiner ganz eigenen Welt. Das war schon immer so. Seit meiner Kindheit habe ich geheimnisvolle Geschichten erfunden. Ich habe 11 Jahre auf einer Schule verbracht, die wie ein englisches Spukschloß aussah. In meiner Erinnerung ist vor allem diese Kulisse zurückgeblieben. Für mich war es ein Glück, in dieser Umgebung aufzuwachsen. Ich liebte den Ort, er war faszinierend (…) Manchmal verforme und verwandele ich ihn. Dann wird meine alte Schule zu einem verzauberten Schloß wie in „Der Schatten des Windes“.
Und hier noch ein paar Lieblingssätze von mir:
„Noch ein Verrückter. Barcelonas Nacht sammelt sie scharenweise. Und Idioten wie mich ebenfalls.“
„Diese Stadt ist eine Hexe – sie setzt sich einem auf der Haut fest und nimmt einem die Seele ohne dass man es überhaupt merkt.“
„Die wirkungsvollste Art die Armen unschädlich zu machen bestehen darin, dass man sie lehrt, die Reichen imitieren zu wollen.“
„Das Fernsehen ist der Antichrist - es werden drei oder vier Generaationen genügen bis die Leute nicht einmal mehr selbständig furzen können und der Mensch in die Höhle, in die mittelalterliche Barberei und in einen Schwachsinn zurückfällt, den schon die Nacktschnecke in Pleistozän überwunden hat.“
„Paris ist die einzige Stadt der Welt, wo verhungern noch als Kunst gilt.“
Als ich dieses Buch in die Hände bekam, habe ich es geradezu verschlungen, da ich Barcelona an sich schon sehr faszinierend finde. Also jeder der diesen Sommer ein paar Tage in Barcelona verbringen will und vielleicht die Orte, die in „Der Schatten des Windes“ erwähnt werden, besuchen will, der sollte dies machen. Natürlich kann man in Barcelona auch andere Dinge machen (wie feiern
oder auch spezielle Events) als nur der Spur eines Buches zu verfolgen. Es gibt viele hübsche Ferienwohnungen Barcelona, die den Aufenthalt perfekt machen. Also macht euch auf nach Barcelona, die Stadt der Geheimnisse…
